
Eine Misteltherapie sollte - wie auch die Chemotherapie beim Onkologen - bei einem darauf spezialisierten Arzt erfolgen. Adressen vermittelt die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland.
Die erste Mistelspritze sollte immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, falls sie eine sehr heftige körperliche Reaktion hervorruft. Später ist es auch möglich, selbst zu spritzen.

Die Rötung an der Einstichstelle ist erwünscht: Sie zeigt, dass
das Immunsystem auf den Mistelextrakt reagiert
Mistelpräparate werden meist gespritzt. Sie werden nicht in Form von Tabletten oder Kapseln angeboten. Als Tropfen stehen Mistelextrakte zur Verfügung, diese Anwendungsform wird jedoch fast nur bei Kindern praktiziert.
Normalerweise werden Mistelextrakte unter die Haut gespritzt, und zwar anfangs in einer sehr geringen Dosis. Sie steigert sich langsam, bis an der Einstichstelle eine Rötung erkennbar ist. Diese Lokalreaktion ist keine Nebenwirkung, sondern erwünscht – zeigt sie doch an, dass das Immunsystem auf die Mistel reagiert. Größer als vier bis fünf Zentimeter im Durchmesser sollte die Rötung in aller Regel nicht sein. Ist sie größer, sollte dies mit dem Arzt besprochen werden – eventuell ist die Dosis zu hoch und sollte bei der nächsten Spritze geringer ausfallen. Bleibt jede Reaktion aus, sollte dies ebenfalls mit dem Arzt besprochen werden – dann kann es ratsam sein, auf ein anderes Präparat mit anderem Wirkstoffgehalt oder von einem anderen Wirtsbaum zu wechseln.
Da die Reaktion im Einzelfall schon bei der ersten Dosis sehr heftig ausfallen kann – selbst in den homöopathischen Dosierungen! –, sollte die erste Spritze immer unter ärztlicher Aufsicht gegeben werden. Später ist es dann auch möglich, sich die Spritzen zu Hause selbst zu geben oder sich vom Partner bzw. einer Hilfsperson geben zu lassen.
Jede Misteltherapie ist eine individuelle Therapie – es gibt dafür kein Schema, das für alle Krebspatienten gleichermaßen gültig ist. Es gibt Menschen, die schon auf homöopathische Verdünnungen stark reagieren und andere, die eine höhere Dosis oder ein besonders lektinreiches Präparat brauchen, um die erwünschte Reaktion zu zeigen. Wichtig für die Wahl des Präparats sind darüber hinaus das Wissen, die Erfahrung und die Einstellung des Arztes. Manche haben bestimmte Vorlieben, weil sie mit diesen Präparaten gute Erfahrungen gemacht haben. Für andere ist es wichtig, dass das Präparat bei den Dosierungen eine große Bandbreite bietet.
Der Verlauf der Krankheit oder die Reaktion auf ein Mistelpräparat können es erforderlich machen, während der Behandlung vom einen auf ein anderes Mittel zu wechseln, sodass eine pauschale Festlegung auf ein einziges Präparat wenig sinnvoll ist.
Zur Anwendung von anthroposophischen Präparaten
(abnobaVISCUM, Helixor, Iscador, Iscucin, Isorel)
Zur Anwendung von phytotherapeutischen Präparaten
(Cefalektin, Eurixor, Lektinol)
Letzte Aktualisierung: 18. August 2010
Annette Bopp
Mistelextrakte werden meist gespritzt, am häufigsten unter die Haut. Die Therapie besteht immer in einer Einleitungsphase, um die Verträglichkeit zu testen, die richtige Dosis und das passende Präparat zu finden. Anschließend folgt die zyklische Erhaltungstherapie über mehrere Jahre. Eine Misteltherapie sollte stets nur bei Ärzten gemacht werden, die damit ausreichend Erfahrung haben.